"Der Erwachsene glaubt, das Kind zeichne, um ihm etwas mitzuteilen, und es erwarte möglicherweise Lob für das gefällige Bild.

Zu einer solchen Abhängigkeit sind die Kinder in unserer Gesellschaft erzogen worden.

Was empfindet das Kind, wenn der Erwachsene zu ihm tritt, mit seinen Fragen und Aufforderungen: [...] "Ist das eine Blume?" Und was soll denn das hier sein?"

[...] Glaubt wohl jemand, dass diese grobe Einmischung in des Kindes Spiel förderlich sei? Sie zwingt das Kind zum  Vorspielen." [Stern, A. 2012: 18]

Liebe Eltern

Kinder lieben es zu malen! Sie sind Meister darin, spontan, intuitiv, glücklich, erschaffend, abenteuerlustig, spielerisch und unbefangen  ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Sie spielen. Und so ist auch der Prozess des Malens, also das Tun steht bei ihnen ganz im Vordergrund und nicht das fertige Bild.

 

Malen ist für sie Spielen, solange, wie wir sie lassen.

In meinen Malgruppen mit Kindern erlebe ich immer wieder, dass sie ganz schnell spüren, sich hier frei und unbefangen öffnen zu können.

 

Der geschützte Raum, die Regeln, die sowohl kreative Freiheit, als auch einen sicheren Rahmen geben, meine pädagogische Haltung, sowie mein Feingefühl und meine Sensibilität ermöglichen den Kindern, ihr volles Potenzial zu entfalten, ihre Persönlichkeit zu stärken und ihre kreativen zeichnerischen Fertigkeiten zu verfeinern.

 

Hier kann sich jeder in seinem eigenen Rhythmus weiter entwickeln.

 

Alle Techniken, die gebraucht werden, die Dreidimensionalität, die Tiefenperspektive,  verwendet das Kind dann, wenn es Zeit dafür ist. Und das ganz ohne vorgegebener Technik bzw. Thema.

 

Ein Kind lernt aus eigenem Antrieb, ein Kind lernt durch erfahren, durch tun, durch ausprobieren. So wie es sitzen und krabbeln selbständig in seiner Zeit erlernt. Auch dazu braucht es keinerlei Unterstützung. Hilfe hemmt es sogar: Es kann seine Muskeln nicht im eigenen Tempo trainieren, es lernt nicht, mit kleineren Misserfolgen umzugehen, es lernt nicht, an einer Sache "dran" zu bleiben.

 

Das Gleiche gilt fürs Malen.           

 

Auch hier entdeckt das Kind eigenständig die universelle Mal-Spur, die in  uns allen angelegt ist.

 

Die Formulation, die Urzeichen finden hier ihren  Ausdruck und bilden den Grundstein für die weitere Zeichenentwicklung und natürlich auch für das Schreiben.  

Freude und Spaß am Malen bleiben langfristig erhalten.

 

Spielerisch erlernt ihr Kind wertschätzenden Umgang mit den Materialien, was sich auch im Alltag wiederspiegelt. Das Malen hat nichts mit Spritzen und Schmieren zu tun, sondern mit einer sauberen Pinselführung und einer ruhigen konzentrierten Arbeitsatmosphäre.

 

Auch ältere Kinder und Jugendliche profitieren vom Malen im Malraum.

 

Sie trauen sich hier ihre Themen bildnerisch zu äußern und erfahren dadurch Entlastung.

Niemand beurteilt, bewertet oder kommentiert ihre Bilder.

 

Jugendliche wollen ernst genommen werden, wollen selbst etwas (Er)Schaffen, wollen sich ausdrücken ohne belehrt zu werden.

 

Jugendliche sind oftmals einem enormen Druck ausgesetzt. Viele zeigen psychosomatische Symptome  bis hin zur Depression und Angststörung. Durch Fernseh- und Computer bzw. Handykonsum bekommen Jugendliche ständig Input von außen und meinen, mithalten zu müssen, mit dem, was ihnen dort suggeriert wird.

 

Der Malraum bietet einen Gegenpol, eine Output-Möglichkeit sozusagen, Zeit, wieder mit ihrem eigenen Inneren in Verbindung zu kommen, zu erspüren, wer sie sind, was ihnen wichtig ist, ihre eigene Meinung, ihre eigene Kreativität zu entdecken und somit auch neue Ideen und Gedanken zu bekommen. So erleben sie eine andere Art des Zusammenseins mit anderen, ohne Neid und Konkurrenz, ohne Konsum.

 

Damit dies alles geschehen kann, braucht es Zeit. Es dauert bei Schulkindern oft einige Wochen, bis sie sich befreit haben, alte Gewohnheiten abgelegt haben und wieder ihre eigenen Bilder malen, ihren eigenen Stil entwickeln.

Die meisten bleiben ein Jahr im Kurs, viele länger.

Malt ein Kind/Jugendlicher so lange, macht er oft enorme Fortschritte, erlebt Höhen und Tiefen und macht Erfahrungen, die ihn sein Leben lang begleiten.

 

 

Das Konzept des Malspiels ist also nicht wieder eines von vielen schnellen, wechselnden Freizeitangeboten, sondern darauf ausgelegt, über einen längeren Zeitraum kontinuierlich „dran“ zu bleiben.

 

Meine Kurseinheiten laufen von Ferien zu Ferien und sind somit Blockweise zu buchen. Arno Stern empfiehlt, ein ganzes Jahr wöchentlich zu malen (Ferien ausgenommen).

 

Melden Sie ihr Kind bei Interesse an, damit es sich in seinem Tempo optimal entwickeln kann. Ihr Kind wird es Ihnen danken.

Die Welt ist eine Welt von Formen. Was uns umgibt, was wir betrachten, was wir in uns tragen, was wir gestalten - immer und überall sind es Formen, immer verschieden und doch wieder gleich.

Formulation

 

 

Zum Beispiel die Urform Spirale, der Kreis, der Bogen etc.  Diese Formen werden im Malraum ausgelöst. Diese Formen haben sowohl einen jedem Menschen eigenen, als auch allen Menschen gemeinsamen Ursprung.

 

Formulation beginnt, sobald das Kind graphische Spuren hinterlässt: z.B. durch Verschmieren des Breis, mit den Fingern im Sand oder auf einer beschlagenen Fensterscheibe. Diese Graphien bilden die Grundlage für alle späteren Formen und Zeichen und unserer Schrift.

Stern hatte die Vermutung, dass es sich hierbei um „Urzeichen“ handelt, die jedem Menschen innewohnen, und die ganz von selbst „ausfließen“, sich sozusagen aufdrängen und nach Ausdruck verlangen.

 

Solange Kinder und auch Erwachsene ungestört malen dürfen ohne äußere Wertung, zweckfrei, entwickelt es seine Formsprache nach einem universellen Muster.

 

Angefangen von ersten „Kritzelbildern“ auf denen die Spuren wild im Bildraum verteilt werden, weiter zu den Stand- und Streifenbildern bis schließlich hin zur Zentralperspektive. Alles entwickelt sich nach einem bestimmten Ablauf.

 

Das Kind durchläuft jede Phase, vorausgesetzt, dass sich niemand in diese Bildgrammatik einmischt. So verinnerlicht das Kind jede Stufe der Malentwicklung und ist fähig, in seiner Zeit dreidimensional, tiefenperspektivisch zu malen.

Da im Kunstunterricht Themen und Techniken weitgehend vorgegeben werden, und alle Kinder zur gleichen Zeit dasselbe umsetzen sollen, ganz gleich auf welcher Entwicklungsstufe das Kind steht, wird diese natürliche Entwicklung des bildnerischen Ausdrucks blockiert. Hier wird der Grundstein gelegt, für die spätere „Mal-Unlust“ und das Gefühl des „Nicht malen Könnens“.

 

Ähnlich der Sprachentwicklung, vom ersten brabbeln, einzelnen Wörtern, hin zu den zwei-Wort-Sätzen bis schließlich zu grammatikalisch ganzen Sätzen, so hat auch die Bildsprache ihren natürlichen Aufbau. Nur wenn jede einzelne Phase intensiv geübt erforscht und erlebt werden kann, wird sie auch verinnerlicht und der weiteren Entwicklung steht nichts im Wege.

Lesen Sie hier mehr über Arno Stern und die Formulation

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